Forschung lenkt
Beobachten, verstehen, verbessern
Forschung schafft die wissenschaftliche Grundlage für verantwortungsvolle Tierhaltung, Tierwohl, Artenschutz, Bildung und ein wirksames Erlebnis. Der Kölner Zoo ist ein Ort, an dem Wissen entsteht, geteilt und angewendet wird.
Viele Tierarten sind in ihren natürlichen Lebensräumen nur schwer zu beobachten. Im Zoo lassen sich Verhalten, Gesundheit, Sozialstrukturen und biologische Prozesse über längere Zeiträume wissenschaftlich untersuchen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die tägliche Tierhaltung, in internationale Erhaltungsprogramme und in Schutzmaßnahmen in den natürlichen Lebensräumen ein. Forschung ist daher kein Zusatz, sondern eine zentrale Aufgabe eines wissenschaftlich geführten Zoos.
Forschung im Zoo
Unsere Forschung im Zoo beschäftigt sich unter anderem mit:
- Verhalten und Sozialstrukturen,
- Tierwohl und Stressindikatoren,
- Ernährung, Verdauung und Physiologie,
- Fortpflanzungsbiologie,
- Tiermedizin und Diagnostik,
- Genetik und Populationsmanagement,
- Akustik, Kommunikation und Sinnesleistungen,
sowie der Weiterentwicklung von Haltung und Beschäftigung.
Biologische Proben, Langzeitdaten und internationale Datenbanken wie Species360 schaffen dabei wertvolle wissenschaftliche Grundlagen.
Forschung in den Natürlichen lebensräumen
Unsere Feldforschung untersucht bedrohte Arten, ihre Lebensräume und die Ursachen ihrer Gefährdung. Kamerafallen, GPS, genetische Untersuchungen, akustische Verfahren und weitere Methoden helfen dabei, Populationen zu erfassen und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Besonders langjährige Forschungsschwerpunkte bestehen in Südostasien. In Vietnam und Laos wurden gemeinsam mit internationalen Partnern zahlreiche Arten wissenschaftlich untersucht und zum Teil erstmals beschrieben. Erst dieses Wissen ermöglicht es, Gefährdungen zu bewerten und Schutzmaßnahmen gezielt auszurichten.
Forschung über die Naturwissenschaften hinaus
Forschung betrifft nicht nur Tiere und Lebensräume. Auch unsere Bildungsangebote, die Wahrnehmung von Artenschutzbotschaften und das Besuchserlebnis sollen systematisch untersucht und weiterentwickelt werden.
Dazu gehören Fragen wie:
Welche Inhalte bleiben bei unseren Gästen im Gedächtnis?
Wie beeinflussen Tier- und Naturbegegnungen Wissen und Haltung?
Welche Angebote fördern Naturverbundenheit und Handlungsbereitschaft?
Wie können Kommunikation, Ausstellungen und digitale Angebote ihre Wirkung verbessern?
So trägt Forschung zur Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens bei.
Nachwuchsförderung und Netzwerke
Der Kölner Zoo arbeitet mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen, zoologischen Gärten und Naturschutzorganisationen zusammen. Er betreut Abschlussarbeiten, ermöglicht Praktika und Forschungsprojekte und führt Studierende sowie Schülerinnen und Schüler an wissenschaftliche Methoden heran.
Die Forschungsstrategie stärkt diese Arbeit weiter – durch den Ausbau von Netzwerken, Nachwuchsförderung, Evaluation, eine bessere interne Verankerung und eine verständlichere Kommunikation der Ergebnisse.
wissenschaftliche Publikationen
Betreute Abschlussarbeiten
Wissenschaftliche Fachvorträge
Externe Forschungs- arbeiten und -Projekte

Beitrag zum Gesamtsystem
Forschung ist das wissenschaftliche Rückgrat unserer Arbeit.
Sie liefert die Grundlagen für Tierwohl und Artenschutz, unterstützt die fachliche Qualität der Bildungsarbeit und hilft uns, das Erlebnis und seine Wirkung besser zu verstehen. Zugleich entstehen aus Tierhaltung, Artenschutzprojekten, Bildungsangeboten und Begegnungen mit unseren Gästen immer wieder neue Forschungsfragen.
