ETHISCHE VERANTWORTUNG
UND GESELLSCHAFTLICHER AUFTRAG
Die Haltung von Tieren in einem modernen, wissenschaftlich geführten Zoo ist kein Selbstzweck. Sie ist mit hohen fachlichen und ethischen Anforderungen verbunden und muss einen nachvollziehbaren Beitrag für Tiere, Natur und Gesellschaft leisten.
Themen
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01. Warum wir Tiere halten
Wir halten Tiere, um Menschen unmittelbare Begegnungen mit ihnen zu ermöglichen und zugleich einen konkreten Beitrag zu ihrem Schutz zu leisten. Viele Tierarten sind in ihren natürlichen Lebensräumen bedroht. Wissenschaftlich geführte Zoos übernehmen deshalb Verantwortung in internationalen Erhaltungsprogrammen, in der Forschung und in Projekten zum Schutz von Arten und Lebensräumen.
Die Begegnung mit Tieren schafft zudem einen Zugang, den Bücher, Filme oder digitale Medien allein nicht ersetzen können. Sie weckt Interesse, ermöglicht Lernen und macht die Bedeutung biologischer Vielfalt unmittelbar erfahrbar. Tierhaltung ist für uns daher Teil eines umfassenden Auftrags für Artenschutz, Bildung, Forschung und gesellschaftliche Verständigung.
02.Tierwohl und Haltung
Das Wohl der uns anvertrauten Tiere steht im Mittelpunkt unseres täglichen Handelns. Unsere Tierhaltung orientiert sich an den biologischen Bedürfnissen der jeweiligen Arten, an wissenschaftlichen Erkenntnissen und an anerkannten zoologischen Standards.
Dazu gehören geeignete Anlagen, eine bedarfsgerechte Ernährung, qualifizierte tiermedizinische Betreuung, Beschäftigungsangebote, Rückzugsmöglichkeiten sowie die kontinuierliche Beobachtung und Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen. Tierwohl ist dabei kein statischer Zustand. Es muss regelmäßig überprüft, fachlich bewertet und auf Grundlage neuer Erkenntnisse weiterentwickelt werden.
Unser Anspruch lautet: Tiere sollen nicht nur versorgt werden. Sie sollen sich unter den Bedingungen menschlicher Obhut bestmöglich entwickeln und arttypisches Verhalten zeigen können.
03. Tiere als Individuen
Jedes Tier ist ein Individuum mit eigenen Bedürfnissen, Erfahrungen und Verhaltensweisen. Diese Individualität berücksichtigen wir in der täglichen Pflege, im Training, bei der medizinischen Versorgung, in der Zusammenstellung von Tiergruppen und bei Entscheidungen über Zucht oder Transfers.
Unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger kennen die ihnen anvertrauten Tiere genau. Sie beobachten Veränderungen, erkennen Bedürfnisse und passen Betreuung und Beschäftigung entsprechend an. Unterstützt werden sie durch tierärztliche, biologische und weitere fachliche Expertise.
Verantwortungsvolle Tierhaltung bedeutet deshalb, nicht nur die Anforderungen einer Art zu kennen, sondern auch das einzelne Tier aufmerksam wahrzunehmen.
04.Artenschutz als Verpflichtung
Die biologische Vielfalt geht weltweit in einem alarmierenden Tempo zurück. Daraus erwächst für wissenschaftlich geführte Zoos eine besondere Verpflichtung. Artenschutz ist für uns kein Zusatz, sondern Bestandteil unseres täglichen Handelns – bei jedem Tier, jeder Anlage und jeder fachlichen Entscheidung.
Wir schützen Arten auf zwei miteinander verbundenen Wegen: im Zoo durch wissenschaftlich gestützte Tierhaltung und koordinierte Erhaltungszucht sowie weltweit gemeinsam mit Partnern in den ursprünglichen Lebensräumen der Tiere. Beides gehört zusammen. Was wir im Zoo bewahren, hilft uns, Populationen zu erhalten, Wissen zu gewinnen und Schutzmaßnahmen im natürlichen Lebensraum zu unterstützen.
Unsere Artenschutzarbeit folgt klaren Strategien, fachlichen Standards und messbaren Zielen. Verantwortung soll sich in konkreter Wirkung zeigen.
05. Bildung und Forschung als Auftrag
Tiere zu halten bedeutet für uns auch, Wissen zu schaffen und weiterzugeben. Forschung hilft uns, Verhalten, Gesundheit, Fortpflanzung und Bedürfnisse von Tieren besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die tägliche Tierhaltung, in internationale Erhaltungsprogramme und in die Arbeit unserer Partner ein.
Bildung macht diese Zusammenhänge für Menschen zugänglich. Sie findet im Kölner Zoo jeden Tag statt: in der Zooschule, bei Führungen und Veranstaltungen, durch Ausstellungen, Beschilderungen und unmittelbare Beobachtung. Dabei geht es um mehr als die Vermittlung von Fakten. Bildung schafft Nähe, weckt Neugier und unterstützt Menschen dabei, die eigene Verantwortung für Tiere, Natur und biologische Vielfalt zu erkennen.
Aus Staunen kann Verstehen entstehen. Und aus Verstehen kann verantwortliches Handeln folgen.
06. Erlebnis als emotionale Verankerung
Ein Zoobesuch ist mehr als Erholung oder Unterhaltung. Die unmittelbare Begegnung mit Tieren kann berühren, Fragen auslösen und den Blick auf Natur und biologische Vielfalt verändern.
Ein begeisterndes Erlebnis schafft Offenheit. Es bildet damit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Artenschutz, Bildung und Forschung überhaupt wahrgenommen und verstanden werden. Deshalb gestalten wir den Aufenthalt im Kölner Zoo bewusst – mit Rücksicht auf die Tiere und mit Raum für Beobachtung, Ruhe, Freude und gemeinsames Erleben.
Erlebnis ist für uns kein Selbstzweck. Es schafft Nähe. Und Nähe kann Interesse, Verständnis und Verantwortungsbewusstsein wachsen lassen.
07. Gesellschaftliche Verantwortung und Auftrag
Der Auftrag des Kölner Zoos ist in seiner Satzung verankert. Sie bildet die verbindliche Grundlage für unsere gemeinnützige Tätigkeit und beschreibt den gesellschaftlichen Rahmen, in dem wir handeln.
Daraus ergibt sich ein klarer Auftrag: Wir fördern Tier- und Artenschutz, Bildung und Wissenschaft, ermöglichen Menschen den Zugang zu Tieren und Natur und tragen zur Bewahrung biologischer Vielfalt bei. Als traditionsreiche Institution der Stadt Köln übernehmen wir zugleich Verantwortung als Bildungs- und Erlebnisort, Arbeitgeber, wissenschaftlicher Partner und Teil des öffentlichen Lebens.
Unser gesellschaftlicher Auftrag endet daher nicht an den Grenzen des Zoogeländes. Er reicht von der Verantwortung für die uns anvertrauten Tiere über die Zusammenarbeit mit Schulen, Wissenschaft und Naturschutzorganisationen bis zu unserem Engagement in internationalen Schutzprojekten.
Die Satzung gibt unserem Handeln eine verbindliche Grundlage. Unser Anspruch ist es, diesen Auftrag fachlich fundiert, transparent und zukunftsorientiert zu erfüllen.

Abschlussbalken
UNSERE VERANTWORTUNG ENTFALTET SICH IM ZUSAMMENSPIEL ALLER WIRKUNGSFELDER.
Artenschutz, Bildung, Forschung und Erlebnis ergänzen und verstärken sich gegenseitig. Gemeinsam bilden sie die Grundlage dafür, dass der Kölner Zoo Verantwortung für Tiere, Natur und Gesellschaft übernehmen kann.
